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Fotografieren im Fotostudio

Das Fotostudio ist der ideale Ort, um durchdachte Bildkonzepte umzusetzen oder unter kontrollierten Bedingungen zu experimentieren. Das Studio bietet volle Kontrolle über die Bedingungen der Bildentstehung: über Umgebung, Lichtintensität, Lichtrichtung und Lichtfarbe, Umgebungstemperatur, Abstand zwischen Motiv und Kamera und viele andere Parameter, die für eine optimale Bildgestaltung wichtig sind.

Außerdem können Digitalaufnahmen im Studio ohne Zeitverlust gesichtet werden, um noch letzte Korrekturen am Bildaufbau vornehmen zu können. So ist das Fotostudio vor allem für solche Sujets und Motive die beste Wahl, bei denen es auf eine kontrollierte, störungsfreie Umgebung ankommt.

Fotostudio: Größe und Ausstattung

Wie groß ein Fotostudio sein muss oder wie es ausgestattet sein sollte, hängt vor allem davon ab, was fotografiert werden soll. Makroaufnahmen oder Tabletops, Stilleben oder Food-Fotografie lassen sich schon auf relativ kleinem Raum umsetzen. Auch ein repräsentatives oder künstlerisches Portrait oder Bewerbungsfotos benötigen zur Umsetzung nicht allzu viel Platz.

Bei der Raumplanung sollten Sie jedoch berücksichtigen, dass stets ein ausreichender Abstand zwischen Kamera und Motiv möglich sein muss – auch mit Standardobjektiven oder Portraitteles. Und auch Beleuchtung, Blitzanlage und gegebenenfalls Fotorequisiten müssen im Fotostudio ebenso Platz finden wie technisches Zubehör, Stative, Zweitkameras und Wechselobjektive, Verbindungskabel und Adapter, PC oder Notebook und Aufnahmezubehör. Für den Gerätebetrieb müssen außerdem ausreichend Steckdosen vorhanden sein.

Eine Studioblitz-Grundausstattung mit einem Haupt- und einem Nebenlicht auf frei platzierbaren Stativen benötigt nur wenig Platz. In einem Raum von etwa 20 bis 25 m2 Grundfläche lässt sich schon eine Vielzahl von Indoor-Fotoprojekten realisieren. Neben der Kamera ist das Licht der wichtigste Faktor im Fotostudio. Tageslicht sollte in jedem Fall zur Verfügung stehen, um auch mit verfügbaren Licht arbeiten zu können. Die Fenster oder Oberlichter sollten jedoch über Vorhänge oder Jalousien verfügen, um den Lichteinfall regulieren oder das einfallende Licht streuen zu können. Allzu stark gerichtetes Tageslicht durch direkte Sonneneinstrahlung könnte für manche Aufnahmesituationen zum Störfaktor werden.

Künstliches Raumlicht im Fotostudio

Als künstliches Raumlicht sollten Sie Tageslicht-Leuchtmittel mit einer Lichttemperatur von etwa 5500°-6000° Kelvin verwenden, denn die im Wohnbereich üblichen warmweißen Leuchtmittel verfälschen den Farbeindruck. Vorteilhaft ist ein gestreutes Raumlicht, das bei Blitzaufnahmen keine störenden Schlagschatten produziert. Als Aufnahmelicht dient eine Blitzanlage (mindestens ein Haupt- und ein Aufhellblitz auf Stativen nebst Stromquelle, Verbindungs- oder Netzkabel), idealerweise kabellos über die Kamera gesteuert, denn je weniger Kabel im Fototstudio herumliegen, desto weniger Stolperfallen gibt es. Auch beim künstlichen Licht ist es wichtig den Unterschied zwischen hartem und weichen Licht zu kennen.

Farbfilter und Lichtformer als perfekte Ergänzung im Fotostudio

Besonders interessant wird es, wenn Farbfilter oder Lichtformer eingesetzt werden: Mit ihnen lässt sich das Aufnahmelicht spotartig bündeln, soften, warm oder kühl tönen oder streuen, um zum Beispiel Hauttöne oder Highlights zu verschönern, Schatten zu modellieren, sie zu reduzieren oder zu einer komplett schattenfreien Ausleuchtung zu gelangen. Dies lässt sich mit Zubehör wie Reflexschirmen, Softboxen, Wabenfiltern, Abschirmklappen oder Spotaufsätzen erreichen. Auch Effektvorsätze können nützlich sein, um zum Beispiel den Einfall von Sonnenlicht durch halboffene Jalousien zu simulieren.

Eine Alternative zum Studioblitzgerät ist eine Dauerlichtanlage. Sie ermöglicht es, die Helligkeitsverteilung im Motiv schon vor der Aufnahme zu messen und zu beurteilen. Einer der wichtigsten Nachteile von Dauerlicht, die Wärmeentwicklung, lässt sich mittlerweile durch den Einsatz von LEDs vermeiden. Wenn kurze Verschlusszeiten und Tiefenschärfe gefragt sind, gilt: Je heller, desto besser. Wenn Sie mit hohen Blendenzahlen aus der Hand fotografieren möchten oder Ihr Motiv sich bewegt, stoßen Sie auch mit einer 2000 Lumen-Tageslicht-LED schnell an Ihre Grenzen – beziehungsweise die Ihres Leuchtmittels. Mit der Lichtausbeute einer Blitzanlage kann sich eine Dauerlichtanlage schlicht nicht messen. Für unbewegte Motive wie Stilleben, Tabletops, Makros von unbelebten Objekten oder Food-Fotografie allerdings funktioniert Dauerlicht hervorragend und macht zum Beispiel auch den Einsatz preiswerter E27-Klemmspots mit Haushaltsstrom möglich – eine kostengünstige Alternative zur mehrere Hundert Euro teuren Blitzanlage.

Fotorequisiten – ein Mehr an Möglichkeiten

Neben Kamera und Licht können weitere Ausstattungselemente und Fotorequisiten nützlich sein, je nachdem, was Sie in Ihrem Fotostudio fotografieren möchten. Ein Rollenständer ermöglicht es, einen professionellen Fotostudiohintergrundeinzusetzen. Das kann eine ansprechende Landschaft sein, ein Farbverlauf oder nur ein einfarbiger warmer oder kühler Hintergrund – je nach Aufnahmesituation. Für Babyfotos sind weiche Untergründe, geeignetes Spielzeug oder witzige Accessoires hilfreich; für Familienfotos, ansprechende Profilfotos oder Bewerbungsfotos sollten Sie für bequeme Sitzgelegenheiten und passende Hintergründe sorgen, um Ihr Motiv richtig in Szene zu setzen. Auch hier bieten Lichtformer unendlich viele Möglichkeiten zum Ausprobieren und Experimentieren. Effekt-Vorsatzfilter wie Sternfilter, Polarfilter, Farbverlaufsfilter oder Prismenfilter, die einfach auf das Objektiv geschraubt werden, erweitern Ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, unterdrücken unerwünschte Reflektionen oder regen zum Ausprobieren an. Und wer Stilleben oder Tabletops fotografieren möchte, wird sich mit der Zeit ohnehin eine Sammlung geeigneter Fotorequisiten (Körbe, Korbflaschen, Stoffe, stilvolles Zinngeschirr oder Ähnliches) zulegen.

2018-09-12T11:54:25+00:00