Vom Raw-File zum perfekten Bild

Einblicke in den digitalen Workflow

Die Digitale Dunkelkammer

Den Begriff der Dunkelkammer kennt man heute nur noch im Zusammenhang mit analoger Fotografie. Ursprünglich fand Fotoentwicklung von einem Filmband mittels Chemikalien in verschiedenen Schwemmwannen in abgedunkelten Räumen statt. Nachdem die heutige Fotolandschaft aber von digitaler Fotografie dominiert wird, ist es umso wichtiger sich erneut vor Augen zu führen, dass es bei Profis aus der Branche mit dem digitalen Fotoschießen nicht getan ist. Es gilt digitale Fotos durch die richtige digitale Entwicklung von RAW Dateien zu einem Erlebnis in den besten Farben und Kombinationen erstrahlen zu lassen. Und dazu bedarf es verschiedenster Schritte wie in einer Dunkelkammer, nur eben digital!

Das Digitale Negativ

Der Begriff ‚Raw file’ kommt aus dem Englischen (‚raw’ für ‚roh) und bezeichnet eine Gruppe von Formaten bzw. Rohdaten bei Digitalkameras, bei der die Daten nach der Digitalisierung ohne Bearbeitung auf das Speichermedium geschrieben werden und somit frei zur Nachbearbeitung stehen (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Rohdatenformat_(Fotografie). Ein Raw file ist also streng genommen noch gar kein Bild, sondern lediglich eine Ansammlung der Farb- und Helligkeitswerte der einzelnen Pixel. Je nach Hersteller gibt es eine Vielzahl solcher Rohdatenformate. Hier sind die Gängigsten aufgelistet:

crw, cr2, raw, erf, raf, dcr, dcs, dng, mrw, mdc, nef, nrw, orf, pef, srw, srf, sr2

Um mit diesen Rohdaten auch etwas anfangen zu können, benötigt man einen Raw-Konverter, sprich eine Software, der es möglich ist die Rohdaten einzulesen und am Computer nachzubearbeiten. Auch hier sprechen die Hersteller ein Machtwort. Einzig Adobe versucht mit einem DNG (engl.: ‚Digital Negative’) einen herstellerübergreifenden Standard zu etablieren.

Der Sensor der Kamera fängt ein Farbmosaik des Bildes ein, indem vor jedem Bildpunkt ein Filter für eine der drei Grundfarben liegt. Um bei voller Auflösung die resultierenden Farben zu errechnen, ist ein umfangreiches ‚Demosaicing’, also eine aufwendige Interpolation notwendig. Die meisten Digitalkameras machen das automatisch, in dem sie die Bilder als JPEG Format abspeichern. Zur Verständlichkeit sei hier erwähnt, dass das gängige Bildformat JPEG pro Farbkanal nur 256 Helligkeitsabstufungen, sprich 8 Bit erlaubt. Rohdatenformate arbeiten mit 10-14 Bit, also bis zu knappen 16.500 Helligkeitsabstufungen. Um es noch mehr zu vereinfachen, bietet sich in diesem Zusammenhang der Vergleich mit Kuchenbacken an (Quelle: http://www.digitipps.ch/fototechnik/raw-format-digitales-negativ.html)

„Wenn Sie einen Marmorkuchen backen wollen, bereiten Sie die Zutaten nach einem Rezept vor und nehmen eine bestimmte Menge von Mehl, Butter, Eier, Zucker, Backpulver, Salz, Kakao usw.

Beim JPEG-Format übernimmt die Kamera die Einstellungen (das Rezept) für den Kuchen und bereitet damit die Kuchenmasse vor. Wenn Sie jetzt lieber etwas mehr Kakao in der Masse haben möchten, geht das nur mit einem bestimmten Qualitätsverlust: Der Kuchen wird durch das zusätzliche Rühren weniger luftiger.

Beim RAW-Format übernimmt die Kamera nur die Zutaten und speichert sie zusammen mit einem Rezept (den aktuellen Kameraeinstellungen) ab. Bei der “Entwicklung” des RAW-Formats haben Sie noch großen Einfluss auf das Rezept: Wie viel Butter will ich nehmen? Wie viel Kakao? Ihre Vorschläge ergänzen dann das Rezept und der Teig wird nach Ihrem Gusto angerührt.

Aus den Zutaten und dem veränderbaren Rezept können Sie beim RAW-Format unendlich viele verschiedene Teigmassen anrühren, während bei JPEG-Format die Zutaten für eine einzige Masse bereitgestellt

Die digitale Bildbearbeitung

Ähnlich wie vormals in der Dunkelkammer obliegt es dem Fotografen das Bild nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Informationen zu Verschlusszeit, Blendeneinstellung, Helligkeitswerten oder auch ISO-Filmwahl finden sich alle innerhalb der Rohdaten. Somit erlauben digitale Negative eine detaillierte Nachbearbeitung, die mehrere komplett unterschiedliche Ergebnisse präsentieren kann, aber immer von der gleichen Basisinformation ausgeht.

Hat man das Raw file erst einmal computertauglich konvertiert, kann die Bildbearbeitung mittels Photoshop oder RawTherapee losgehen. Photoshop ist sicher der Goliat unter den Bildbearbeitungsprogrammen am Markt und geht von einfachen Korrekturen bis hin zur Bildretusche, Fotomontage und hilfreichen Plug-Ins. Will man sich aber nicht an den Main-Stream anhängen, stellt das Open-Source Programm RawTherappe eine Alternative dar und setzt nicht wie paint.net oder Gimp die gesonderte Einrichtung von Plug-ins voraus. (link: http://www.pc-magazin.de/download/rawtherapee-554342.html)

Nicht vernachlässigen sollte man das Farbmanagement, denn dieses ist essentiell für professionelle Bildbearbeitung bis hin zu Bildschirm- und Kamerakalibrierung. Für Foto-, Bilder und Offsetdruck sollte man sich mit der professionellen Datenaufbereitung ebenfalls auseinandersetzen.

Wenn Ihnen das zuviel Know-How auf einmal ist, übernehmen wir das gerne für Sie. Wir sind ein Team von Profis, spezialisiert auf Mitarbeiter- und Businessfotografie, Architektur-, Event- und Foodfotografie, mit über 15 Jahren Erfahrung. Treten Sie mit uns in Verbindung. Wir freuen uns, Sie bei Ihren Fotoprojekten zu unterstützen!