Fotografie-Basics für Einsteiger – bessere Fotos dank dieser 10 Tipps

Eine professionelle Kamera ist für angehende und aufstrebende Fotograf*innen heute längst kein Hindernis mehr. Selbst in Mittelklasse-Smartphones sind Kameras installiert, deren Qualität noch vor wenigen Jahren in solch einem kompakten Format undenkbar gewesen wäre.
Doch eine gute Kamera alleine ist keine Garantie für ein gutes Foto. Wie also werden aus Schnappschüssen einmalige Aufnahmen? Diese zehn Tipps verraten, wie auch Neueinsteiger*innen Bild für Bild besser Aufnahmen machen können!

Die Basics - 10 leicht verständliche Tipps zum Fotografieren

1. Das richtige Licht – Fotografie bedeutet Zeichnen in Licht, so nämlich lassen sich die griechischen Begriffe Photos und Graphia übersetzen. Schönes Licht kann ein Bild deutlich professioneller wirken lassen, doch wie entsteht das?
Zunächst einmal sollten Lichttemperaturen nur sparsam gemischt werden. Sonnenlicht ist eher kühl und bläulich, Kunstlicht eher warm und gelblich. Eine Kamera muss sich da für einen Weißabgleich entscheiden.
Weiches Licht erzeugt außerdem eine weichere Ausleuchtung. Dies entsteht etwa ganz natürlich an bewölkten Tagen, oder indem harte Lichtquellen durch Vorhänge aufgeweicht werden. Auch harsche Kontraste zwischen Licht und Schatten sind aber faszinierend. Grundsätzlich sollte experimentiert werden, um das perfekte Licht zu finden.

2. Die Drittelregel – eine einfache perspektivische Regel, die sofort bessere Bilder erzeugt, ist die Drittelregel. Die meisten Kameras können Gitter zur Orientierung einblenden, schon sehr bald benötigt man diese aber nicht mehr und entwickelt ein Gefühl für diese Bildtechnik.
Positioniert werden Motive hierbei nicht zentral, sondern im unteren, oberen, linken oder rechten Drittel. Dadurch wird der Bildaufbau harmonischer und das Motiv stimmiger.

3. Framing und Linien – Fotografieren bedeutet Abwägen. Es ist ein bewusster Prozess, zu entscheiden, was im Bild sein soll und was nicht. Daher sollten Fotograf*innen sich immer etwas Zeit nehmen, um über ihr Motiv zu entscheiden und die Grenzen des Bildes bewusst setzen. Wie nah oder fern bleibt man dem Motiv? Was macht die Bildgrenze aus?
Ein besonderer Reiz entsteht durch weitere Rahmen innerhalb des Bildes, etwa in Form von Durchgängen oder Fenstern. Solche Linien im Bild sind starke Elemente der Bildgestaltung.

4. Weitwinkel und Teleobjektive – diese beiden Extreme bezeichnen verschiedene Brennweiten unter Objektiven. Weitwinkel bilden sehr viel Bild in alle Richtungen ab, können aber auf Nahdistanz Gesichtszüge verzerren. Teleobjektive hingegen komprimieren das Bild, lassen es weniger plastisch wirken und holen das Motiv an die Kamera heran.
Bei Optiken gilt eine Brennweite von 50 mm als Normalbrennweite, alles darunter als Weitwinkel und alles darüber als Tele-Optik. Normalerweise werden Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen und Totalen genutzt, Teleobjektive für Porträts. Aber warum nicht bewusst etwas ausprobieren?
Auch viele Smartphones setzen bereits heute auf mehrere verbaute Brennweiten.

5. Tiefenschärfe – die meisten professionellen Fotograf*innen hassen das Wort, da es rein technisch Schärfentiefe heißt. Gemeint ist aber das Gleiche: das Verhältnis von Schärfe zu Unschärfe. Die Schärfentiefe ist ein wichtiges Tool, um ein Motiv in den Bildmittelpunkt zu rücken und den Fokus der Betrachtenden zu lenken.
Außerdem sind unscharfer Hintergrund und schönes Bokeh sichere Indizien für einen großen Sensor, ein lichtstarkes Objektiv und einen schnellen Autofokus. Dies spricht für eine professionelle Aufnahme.
Nicht nur ein unscharfer Hintergrund lässt ein Foto epischer wirken, auch etwas Vordergrund schafft eine räumliche Tiefe und kann bei der Bildkomposition helfen.

6. Blende und Belichtungszeit – diese beiden Messgrößen entscheiden maßgeblich über die Bildgestaltung und jede*r Fotograf*in sollte diese beiden Zahlen und ihren Effekt entsprechend kennen. Die Blende ist das Verhältnis zwischen Blenden- zu Lichteintrittsöffnung. Eine offene Blende lässt mehr Licht an den Sensor und sorgt für eine knappere Schärfentiefe.
Die Belichtungszeit misst die Zeit, in der Licht auf den Sensor fällt. Je knapper diese ist, desto dunkler wird das Bild. Wird zu lange belichtet, dann verschwimmen jedoch die Bewegungen (auch das Zittern der Hand wird dann sichtbar).
Beide werden im Zusammenspiel aufeinander abgestimmt. Entweder automatisch, oder um einen tollen Effekt zu erzeugen.

7. Der Blickwinkel – Fotos wirken je nach Winkel total unterschiedlich. Ob auf Augenhöhe, aus der Frosch- oder Vogelperspektive fotografiert wird, gerade, hochkant oder angeschrägt – all diese Faktoren schaffen ganz unterschiedliche Kompositionen und verschieben die Bedeutung des Motivs.
Auch hier sollten Einsteiger*innen ruhig experimentieren und die Effekte auf ihre Motive analysieren. Schon ein kleiner Perspektivwechsel kann große Wirkung zeigen.

8. Kontrastreichweite verstehen – wie gut das menschliche Auge ist, sieht man oft erst bei Betrachtung eines Fotos. Statt blauem Himmel und klaren Schatten bleibt nur ein Brei aus Schwarz und Weiß zurück. Der Grund hierfür liegt in der Kontrastreichweite (Dynamic Range), diese beschreibt das dunkelste Schwarz und hellste Weiß, zwischen dem Kameras noch Informationen sammeln. Diese Reichweite ist selbst bei den besten Kameras deutlich (!) kleiner als beim menschlichen Auge.
Doch Kameras können schummeln, etwa durch RAW-Aufnahmen oder HDR-Fotos.

9. Weniger ist mehr – in der Regel profitieren Fotos davon, wenn weniger zu sehen ist. Denn so wird klar, was auf dem Bild gezeigt werden soll. Geht es um die bergige Landschaft, den Leuchtturm im Nebel, das elegante Gesicht des Models oder das glückliche Hochzeitspaar?
Die Wahl eines klaren Hauptmotivs rückt weniger ins Bild, dafür lässt sich das Bild aber besser „lesen“.

10. Nachbearbeitung – ein gutes Foto entsteht zwei Mal: das erste Mal bei der Aufnahme und das zweite Mal bei der Nachbearbeitung. Mit einem guten Auge für Farben, Filter und Kontraste können Fotos digital perfektioniert werden.
Nur extreme Bearbeitungen sollten vermieden werden. Ein gut bearbeitetes Bild stärkt den gewünschten Ausdruck, ein schlecht bearbeitetes Bild ist sofort als solches erkennbar.

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So wird jede Aufnahme ein bisschen besser

Wie für alle Regeln in der Fotografie gilt aber natürlich: Wer die Regeln kennt und versteht, darf sie auch brechen.
Das Schöne an der Digitalfotografie ist ja gerade die Möglichkeit, mehr Fotos aufzunehmen und dadurch mehr praktisch zu lernen und schneller besser zu werden. Unsere 10 Tipps geben einen grundlegenden Einblick in die Fotografie und lassen sich sofort umsetzen. Denn natürlich kann man Fotografieren nicht nur in der Theorie lernen – eine gesunde Praxis und viel Übung schärfen das Auge für schöne Bilder.

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